Geschichtlich

 Der Ortsname „Neuenbeken“ ist aus einer Landschaft entstanden, die sich über beide Ufer der Beke erstreckte und nach dem Namen des Baches „Beken“ benannt ist.

Zu „Bechina“ gelegene Güter werden in der älteren Reihe der Traditionen des Klosters Corwey um das Jahr 855 genannt.

In der Mitte des 11.JH.s werden Bauern zu „Bekinun“ genannt, die dem Kloster Corwey zinspflichtig sind.

Am 24. Mai 1036 stattet der Paderborner Bischof Meinwerk das Kanonikerstift Busdorf mit dem Zehnten einer Reihe von Höfen aus, die im Eigentum des Domstiftes waren.

Es wurden insgesamt 18 Haupthöfe mit 73 Vorwerken erwähnt, unter anderem der Haupthof Beken mit den Vorwerken zu Henghi, Elfere, Brokhusen und Asseln.

Von einer Kirche zu Beken erfahren wir erstmals in einem Rechtsstreit um den bischöflichen Hof Enehus bei Paderborn im Jahre 1210. Unter den Zeugen befindet sich ein Priester namens Johannes zu Beken.

Die heutige Kirche stammt aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts. In ihren Mauern sind Fundamente einer älteren Saalkirche ergraben, die in die Zeit des 9./10. Jahrhunderts zurückdatiert werden dürfen.

Zum Pfarrsprengel nach Beken gehörten bis 1460 noch Dedinghausen bei Lippspringe, Altenbeken bis 1691, Marienloh bis 1894 und Benhausen bis 1918.

Die Pfarrkirche Beken ist eine flächendeckende Pfarre gewesen, deren Grenzen sich weit über die Ufer der Beke erstreckten.

Der mittelalterliche Gogerichtsbezirk Beken reichte von der Paderborner Feldmarkgrenze im Westen bis an den Wald im Osten, von Dörnhagen im Süden bis an den Haustenbach im Norden. Die Bewohner von Schlangen und die der Niedrnhöfe bei Oesterholz gehören zum Gogerichtsbezirk Beken und mussten mit ihren Maßen und Gewichten zum Gericht nach Beken, wo sie nach Maßen des Landes Paderborn unter Aufsicht des Gogreven bis in das 15. Jh. hinein geeicht wurden.

Das „neue“, das moderne Beken war lange Zeit der bedeutendere Teil der Landschaft. Es stellte die Taufkirche und das Gogericht, bis durch die Eisenindustrie im 17. bis 18. Jh. und vor allem durch die Eisenbahn im 19. Jh. der östliche Landschaftsteil die größere wirtschaftliche Entwicklung erlangte.

Die Unterscheidungen „Oldenbekene“ und zu „Beke“ spiegeln kein Alter. Beken war Landschaft nicht Ort.

1453 erfahren wir, dass das Dorf und Amt Beken durch Kriegshandlungen zerstört wurden. Dann schweigen die Urkunden. Erst 1786 wird ein großer Brand der 26 Hausstellen mit Nebengebäuden und ein Großteil der Kirche vernichtet erwähnt.

Nach der Säkularisation der geistlichen Staaten 1802 nahm Preußen das Fürstbistum Paderborn am 25. Februar 1803 in Besitz. Die Schlacht bei Jena und Auerstädt brachte dem ehemaligen Land Paderborn bis zum Jahre 1813 eine französische Verwaltung im Königreich Westfalen.

Mit der am 30. April 1815 geschaffenen preußischen Provinz Westfalen kam Neuenbeken mit anderen Orten zum Kanton Lippspringe. Seit 1843 Amt Lippspringe.

Nach der Verleihung der Städteordnung, die an die Gemeinde Lippspringe und der Trennung zwischen Amt und Amtsverwaltung bekam das Restamt den Namen Amt Altenbeken. Von 1829 bis 1911 gab es in Neuenbeken eine blühende Glasindustrie.

Am 22. März 1900 wütete ein großer Brand. 25 Hausstellen mit Nebengebäuden wurden ein Raub der Flammen.

Im Jahr 1914 errichtet die Schwesternkongregation vom Kostbaren Blut auf dem ehemaligen Meierhof von Neuenbeken ein Missionshaus.

Mit der Gebietsreform vom 1. Januar 1975 wurde Neuenbeken Stadtteil von Paderborn.

 Quelle: Schriftreihe des Heimatvereins Neuenbeken

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