Neuenbeken und der 1. Weltkrieg

Recherchiert und zusammengestellt von A.Eder

Die Jahre 2014 – 2018 stehen durch den 100-jährigen Abstand zu dem katastrophalen Ereignis des 1. Weltkrieges allerorten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Gedenkfeiern, Gedenkveranstaltungen, Erinnerungsausstellungen, etc. geben uns Mitteilungen über die damaligen Geschehnisse.

Auch eine kleine Gemeinde wie Neuenbeken war in hohem Maße betroffen.

Um etwas davon aufzuzeigen, habe ich im Herbst 2014 für die Dauer von einigen Wochen das Internetprojekt „Verlustlisten des 1.Weltkriegs“  begeleitet.

Die Deutschen Verlustlisten des Ersten Weltkrieges waren offizielle personenbezogene Mitteilungen der preußischen Regierung aus den Jahren 1914 bis 1919 über die militärischen Verluste der gesamten Streitkräfte des deutschen Kaiserreichs (Kontingentsheer: Armeen von Preußen, Bayern, Württemberg und Sachsen; Kaiserliche Marine sowie Kaiserliche Schutztruppe).

Sie erschienen als Anhang zum Armee-Verordnungsblatt und wurden außerdem im Deutschen Reichsanzeiger sowie im Preußischen Staatsanzeiger veröffentlicht.

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Es wurden Daten über Tote, Vermisste, Verwundete, in Gefangenschaft geratene und aus ihr Entlassene sowie eine große Zahl nachträglicher Berichtigungen (der Verlustart, des Namens, der Einheit usw.) veröffentlicht. Die schätzungsweise mehr als neun Millionen Einträge wurden auf mehr als 30.000 dreispaltigen Seiten im Zeitungskleinformat gedruckt. In den ersten Kriegsjahren erschienen die Verlustlisten nahezu täglich. Bis 1916 waren die Personennamen den jeweiligen Truppenteilen zugeordnet. Ordnungsprinzip für die Angabe der Truppenteile war die offizielle Rangfolge der Waffengattungen (Kommandobehörden, Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Pioniere usw.)

Die in den Verlustlisten aufzufindenden Standardinformationen zur einzelnen Person umfassten – neben der Verlustart – im Regelfall:

  • Truppenteil ,Name, Vorname, Dienstgrad, Geburtsort, Verlustart

Die Verlustlisten sahen als komplettes Blatt so aus:

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Hier zur besseren Lesbarkeit ein Ausschnitt:

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Meine Suche galt den Soldaten aus Neuenbeken; mit der vorgegebenen Methodik konnte jedoch nur nach dem Geburtsort, nicht nach dem Wohnort gesucht werden. Bei der folgenden Fundliste ist dies zu bedenken. Die Listen weisen darüber hinaus auch Schreib- und Übertragungsfehler auf. Einige Datensätze konnte ich zusätzlich noch durch Daten des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge ergänzen.

Die Fundliste nach „Neuenbeken und Abwandlungen“ sowie Ergänzungen laut Inschriften am Kirchenportal St- Marien, Neuenbeken aus dem Jahr 1928
Miseremini mei saltem vos amici mei Job.19.21
Erbarmt euch mein, erbarmt euch, ihr meine Freunde Hiob 19.21
ist hier zu finden: Fundliste

In Ergänzung noch einige wenige Materialien:

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  1. August 1914: Das 2. Bataillon des 55. Infanterie-Regiments zieht aus Bielefeld aus. Dichtgedrängt säumen die Bielefelder den Weg der Soldaten zum Bahnhof. Aber von Jubel keine Spur. Foto: Stadtarchiv Bielefeld

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Kirchenportal Neuenbeken aus dem Jahr 1928
Miseremini mei saltem vos amici mei Job.19.21
Erbarmt euch mein, erbarmt euch, ihr meine Freunde Hiob 19.21

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 Stichwort: Argonnerwald

Das Argonnerwaldlied ist ein deutsches Soldatenlied aus dem Ersten Weltkrieg. Gedichtet wurde es 1914/15 von Hermann Albert von Gordon (1878–1939).

Das Lied macht aus der Sicht eines Pioniers die wechselnden Empfindungen zwischen Vaterlandsliebe, Heldenmut, Trauer und Wehmut deutlich. Hintergrund ist, dass mit dem immer stärker einsetzenden Stellungskrieg die Bedeutung der Pioniertruppe beim Bau von Unterständen, Gräben, Stollen, Bunkern, Sappen und Stellungen deutlich angewachsen war. Es wird aus diesem Grund häufig auch als Pionierlied bezeichnet.

1.Argonnerwald um Mitternacht,
Ein Pionier stand auf der Wacht.
|: Ein Sternlein hoch am Himmel stand,
Bringt ihm ’nen Gruß aus fernem Heimatland.:|
2. Und mit dem Spaten in der Hand
Er vorne in der Sappe stand.
|: Mit Sehnsucht denkt er an sein Lieb:
Ob er sie wohl noch einmal wiedersieht?:|

3. Und donnernd dröhnt die Artill’rie.
Wir stehen vor der Infanterie.
|: Granaten schlagen bei uns ein,
Der Franzmann will in unsere Stellung ‚rein.:|

4. Er frug nicht warum und nicht wie,
Tat seine Pflicht wie alle sie.
|: In keinem Liede ward´s gehört,
Ob er geblieben oder heimgekehrt.:|

5. Bedroht der Feind uns noch so sehr,
Wir Deutsche fürchten ihn nicht mehr.
|: Und ob er auch so stark mag sein,
In unsere Stellung kommt er doch nicht ‚rein.:|

6. Der Sturm bricht los, die Mine kracht,
Der Pionier gleich vorwärts macht.
|: Bis an den Feind macht er sich ran
Und zündet dann die Handgranate an.:|

7. Die Infantrie steht auf der Wacht,
Bis daß die Handgranate kracht,
|: Geht dann mit Sturm bis an den Feind,
Mit Hurra nimmt sie dann die Stellung ein.:|

8. Der Franzmann ruft: Pardon Monsieur!
Hebt beide Hände in die Höh,
|: Er fleht uns dann um Gnade an,
Die wir als Deutsche ihm gewähren dann.:|

9. Bei diesem Sturm viel Blut auch floß,
Manch junges Leben hat’s gekost´.
|: Wir Deutsche aber halten stand,
Für das geliebte, teure Vaterland.:|

10. Argonnerwald, Argonnerwald,
Ein stiller Friedhof wirst du bald!
|: In deiner kühlen Erde ruht
So manches tapfere Soldatenblut.:|

11. Und komm‘ ich einst zur Himmelstür,
Ein Engel Gottes steht dafür:
|: Argonnerkämpfer, tritt herein,
Hier soll für dich der ew’ge Friede sein.:|

12. Du Pionier um Mitternacht,
Heut‘ steht ganz Deutschland auf der Wacht.
|: In Treue fest, im Wollen rein,
Als eine neue starke Wacht am Rhein !:|

Als 9. Kehrvers wird auch folgender gesungen:
9. Und droht der Feind uns noch so sehr,
wir Deutsche fürchten ihn nicht mehr,
|: und ob er auch so stark mag sein,
in unsere Stellung kommt er doch nicht rein.:|

Stichwort: Reserve Infanterie-Regiment Nr.256

Aus dem Infanterie Feld Bataillon Nr. 34 (Sennelager bei Paderborn), Nr. 35 (Detmold) und Nr. 36 (Friedrichsfeld bei Wesel) wurde am 29.12.1914 das Reserve Infanterie Regiment Nr. 256 gebildet. Zusammen mit den Reserve Regimentern Nr. 255 und Nr. 257 bildeten sie die Infanterie der 77. Reserve Division.
Die Mannschaften des Regiments waren Ersatzrekruten 1914, die Offiziere (meist vom VII. Armee Korps) und Unteroffiziere waren schon im Felde gewesen. Der Mannschaftsersatz stammt größtenteils aus dem Rheinland, Westfalen und Oberschlesien. Das Durchschnittsalter betrug 21 Jahre und rund 20 Prozent waren Kriegsfreiwillige.

Im Bismarckhain westlich der Landstraße L 937 (Paderborner Straße, gegenüber Palaisgarten steht am Hang ein Kriegerehrenmal für die Gefallenen des Reserve-Infanterie-Regiments 256. Der Zugang zum Denkmal ist über eine Brücke des Knochenbachs möglich.

Hintergrund:
1914 wurde in Detmold aus Stammsoldaten des im Felde eingesetzten I.R. 55 das Reserve-Infanterie- Regiment 256 aufgestellt. Sehr bald entstand bei den Regimentsangehörigen die Absicht, den gefallenen Kameraden ein Denkmal zu errichten. Zwei regimentsangehörige Bildhauer, Heinrich Wiehe aus Düsseldorf und Hartwig Bornemann aus Detmold, arbeiteten an dem Denkmal. Beim Bau eines Schwimmbades aus der Werre geborgene Granitfindlinge und ein in der Detmolder Kaserne erstelltes Betonfundament wurden zum Denkmal zusammengefügt. Das Denkmal wurde 1927 aus der Kaserne entfernt und 1928 an dem jetzigen Standort wieder errichtet. (Quelle: Rosenland, Zeitung für Lippische Geschichte Nr. 2, Oktober 2005)

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 Stichwort: Garde-Grenadier-Regiment Nr. 5

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs machte das Regiment am 2. August 1914 mobil und kam zunächst im Westen bei Namur zum Einsatz. Ende August erfolgte die Verlegung an die Ostfront und die Teilnahme an der Schlacht an den Masurischen Seen. Im Mai 1915 kam das Regiment wieder an die Westfront, beteiligte sich an den Stellungskämpfen in Flandern und Artois und trat dann in die Schlacht an der Somme ein. Während des weiteren Kriegsverlaufs kämpfte das Regiment im Westen u.a. noch bei Arras, in Flandern sowie der Deutschen Frühjahrsoffensive ab Ende März 1918.

 Stichwort: Husaren-Regiment-Nr. 8 Kaiser Nikolaus II. von Rußland (1.Westfälisches)

Ab 1889 war Zar Nikolaus II. von Russland Chef des Regiments nach den bayerischen Königen Maximilian II. und Ludwig II., woran zu erkennen ist, dass die 8. Husaren zu den Eliteregimentern der preußischen Armee gehörten. Die Husaren nannten sich daher seit 1894 Husarenregiment Kaiser Nikolaus II von Russland, führten ab 1896 im Wappen den gekrönten Namenszug des Zaren und trugen die Initialen auf den Schulterstücken. Außerdem war das Zarenemblem auf der Standarte und den Soldbüchern zu finden. Im Historischen Museum im Marstall hängt heute noch ein Porträt von Zar Nikolaus, das in seinem Auftrag in St. Petersburg von Ernst Friedrich von Liphart um 1890 gemalt und dem 8. Husarenregiment geschenkt wurde. Es zierte anschließend bis 1974 das Offizierskasino von Schloß Neuhaus.

Diese zeitgeschichtliche Epoche der 8. Husaren ist bestens durch Sammlungsbestände aus dem Depot des Historischen Museums und dem Paderborner Stadtarchiv überliefert. Daher ließ sich aus diesem Fundus, ergänzt mit weiteren Leihgaben aus anderen Museen und Institutionen, eine entsprechend interessante Sonderausstellung für den Zeitraum vom 17.2.2001 bis 20. Mai 2001 gestalten, die mit einer Begleitschrift/Katalog dokumentiert wurde und in der Bevölkerung auf großes Interesse stieß, da nicht nur die Erinnerungen an diese Husarenzeit in vielen Familien noch lebendig ist, sondern die Auseinandersetzung mit der preußischen Epoche auch noch zahlreiche andere Facetten liefert.

 Infanterie-Regiment Nr.16 Freiherr von Sparr (3.Westfälisches),

Umgangssprachlich „Regiment Hacke Tau“ genannt. Durch anhaltende Regenfälle, während der Schlacht von Groß-Beeren 1813, versagten damals die Gewehre der Soldaten, so dass sie im Nahkampf den Gewehrkolben einsetzten und dabei riefen „HACKE TAU …“ (Schlag zu) „… es geit fort Vaterland“ riefen. Als Folge erhielten die Angehörigen des Infanterie-Regiments den Beinamen: Hacketäuer.

Infanterie – Regiment Nr. 56 (7.Westfälisches)

Bereits am 04.07.1860 wurde das Regiment erneut in das 7. Westfälische Infanterie – Regiment Nr. 56 umbenannt. Im dem nur wenige Jahre nach seiner Errichtung ausbrechenden deutsch – dänischen Krieg kam das Regiment nicht zum Einsatz. Erst im Krieg gegen Österreich (1866) wurde das Regiment im Verband der Elbarmee eingesetzt und nahm an den Gefechten von Königgrätz und Münchengrätz teil.

Auch am deutsch – französischen Krieg von 1870 / 1871 nahm das Regiment ebenfalls teil und kämpfte in den bekannten größeren und kleineren Gefechten dieses Krieges, bevor es im Juni 1871 in seine Garnison nach Wesel zurückkehrte. Die nächsten Jahre sind wiederum Friedensjahre ohne besondere Ereignisse, mit Kaisermanövern, Paraden, Gedenkfeiern usw. Am 27.01.1889 wird dem Regiment der Beiname „ Vogel von Falckenstein“ verliehen. Dadurch sollte das Andenken an den Infanteriegeneral gleichen Namens und dessen Verdienste im Feldzug von 1866 geehrt werden. Die Friedensjahre fanden mit Ausbruch des I. Weltkrieges ihre von allen erwartetes Ende.

Am 07.10.1914 wurde das Infanterie – Regiment Nr. 56 per Bahntransport zur Bereitstellung im Raum Aachen verlegt. Der große Krieg hatte begonnen. Das Regiment wurde im Gegensatz zu den meisten anderen im Rheinland stationierten Einheiten ausschließlich an der Westfront eingesetzt.

09_Bildgröße ändern Auszug des III. Bataillons aus Kleve zu Beginn des I. Weltkrieges
(Quelle: Dr. Phil. Martin Schultz, Das Infanterie – Regiment Nr. 56 im großen Kriege)

07.10.1914 – 18.10.1914
Kämpfe um die Festung Lüttich

18.10.1914 – 11.10.1914
Vormarsch Richtung Frankreich, Gefecht bei Lobbes, Noyelles, Wassigny, St. Quentin, Ham, Golancourt, Petit Morin, Broussy Le Petit.

11.10.1914 – 12.11.1914
Rückzug über Le Mesnil bis Nogent L`Abese, Bétheny, Fort Fresnes und Kämpfe an der Aisne.

12.11.1914 – 05.12.1914
Kämpfe bei Fournes, Schlacht von Lille und Stellungskämpfe im Raum Piétre.

05.12.1914 – 08.06.1916
Kämpfe, Stellungskrieg im Raum Givenchy, La Bassée, unterbrochen von Ruhezeiten.

08.06.1916 – 25.07.1916
Verlegung an die Front bei Verdun, Stellungen am Wäldchen Les Caurettes (Rabenwald).

25.07.1916 – 02.04.1917
Einsatz im Bereich Thiaumont, Fleury, Stellungen Höhe Toter Mann, Douaumont, Hardaumont und Höhe 304.

20.04.1917 – 09.05.1917
Verlegung zum Frontabschnitt Chemin des Dames.

09.05.1917 – 29.07.1917
Ruhezeit und Kämpfe im Abschnitt Ailles.

29.07.1917 – 02.11.1917
Ruhezeit und Stellungskrieg im Abschnitt Allemant-Pinon.

02.11.1917 – 26.03.1918
Verlegung in den Raum Bausseint und Ruhezeit südwestlich Metz.

26.03.1918 – 22.04.1918
Kämpfe an der Avre, St. Quentin, Mailly.

22.04.1918 – 05.07.1918
Ruhezeit um Kämpfe zwischen Oise – Aisne Kanal und an der Aisne.

05.07.1918 – 11.11.1918
Kämpfe bei Cutry – St. Pierre – Aigle, Rückzugsgefechte St. Souplet, Arnes und Mormalwald. I. und II. Bataillon nach schweren Kämpfen bei Raucort aufgelöst.

Nach dem Waffenstillstand kehrt das Regiment nach Deutschland zurück und wird demobilisiert. Während des Krieges sind 133 Offiziere und 4.473 Soldaten im Kampf gefallen.

Aus der Festschrift des ehemaligen Königs-Infanterie-Regiment (6. Lothringischen) Nr. 145:

Das Infanterie-Regiment Nr. 145 wurde durch Allerhöchste Kabinetts-Order vom 28.Juli 1890 im Zuge der Heeresvermehrung zum 1.Oktober 1890 gegründet und aufgestellt. Am 4. September 1893 erklärte sich Seine Majestät der Kaiser und König gelegentlich einer Parade auf dem Exerzierplatz Frescati „in Anerkennung der guten Haltung des Regimentes“ zu seinem Chef, verlieh ihm den Namenszug „WR II“, den es nunmehr auf den Achselklappen und Schulterstücken anstatt der Nummer 145 trug und gab ihm den Namen: Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145. Am 18.Oktober 1895 verlieh er ihnen den schwarzen Haarbusch der Grenadierregimenter. Anlässlich des 25jährigen Kaiserjubiläums (16. Juni) 1913 verlieh der Kaiser dem Regiment den „fliegenden Adler“ als Helmschmuck, der bis dahin der schlichte preussische Linienadler gewesen war.

Formationsgeschichte

28.07.1890: I. Bataillon, II. Bataillon und III. Bataillon errichtet.

11.08.1893: IV. Bataillon errichtet.

01.04.1897: Abgabe des halben IV. Bataillons des IR145 zur Aufstellung (der 7. und 8. Kompanie) des 10. Lothr. Inft.-Rgt. Nr.174.

01.10.1913: Dem Regiment (II. Batallion) zugeteilt war die Festungs-Maschinengewehr-Abteilung Nr.13 aus Metz.

02.08.1914: Ersatztruppenteil: I. Ersatz-Bataillon Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145 war in Paderborn (Bezirk: Detmold) stationiert.

20.04.1915: Ersatztruppenteil: II. Ersatz-Bataillon Königs-Inft.-Rgt. Nr. 145, Oerlinghausen/Lippe (wird am 31.5.1917 aufgelöst)

02.08.1914: Mobilmachung; I., II., III. Bataillon und MG-Kompanie.

Gefechte 1915

04.01. bis 07.01. Grabenkämpfe Argonnen (Charmebach, Treppengraben)

08.01. bis 17.01. Marsch in Ruhestellung nach Champigneulle (Les Granges, Fléville, St. Juvin)

18.01. bis 14.02. Marsch nach Servon (Kämpfe bei Charmebach, Jupshöhe, Thümmelhöhe)

15.02. bis 24.02. Graben- und Stellungskämpfe (Charmebach, Treppengraben, Teile verbleiben in Champigneulle)

Kinderlied:

Hindenburg der Russenschreck
soll im Kreise stehen
und wir wollen uns um ihn
wie die Sterne drehen
Hindenburg , Russenschreck
Vorne durch, hinten weg
Du umringst, du bezwingst
´s ganze Russenpack

Hindenburg der Russenschreck
hat gar feine Ohren
kommt der Russenbär ins Land
ist er gleich verloren
Hindenburg ,  Russenschreck….

Hindenburg, der Russenschreck
ließ den Bären kommen
hat ihn drauf mit derber Faust
bei dem Schopf genommen
Hindenburg ,  Russenschreck….

Hindenburg, der Russenschreck
ließ den Bären schnaufen
bis er in Masurien
elend mußt verlaufen (oder versaufen?)
Hindenburg ,  Russenschreck….

Stichwort: Landwehr – Landsturm

Landwehr ist ein Begriff aus dem Wehrwesen, der je nach Gebiet unterschiedliche Bedeutungen annehmen kann.

Die Landwehr war neben dem Stehenden Heer ein Teil der Streitkräfte. In einzelnen Ländern gab es zeitweise dafür auch den Begriff Landmiliz oder Landsturm. Ab 1813 verband sich in einigen deutschen Staaten, wie Preußen, Hannover, Hessen und anderen, mit der Errichtung der Landwehr die erstmalige Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. In anderen Staaten blieb die Aufstellung der Landwehr jedoch damals noch gleichbedeutend mit der Einziehung von Freiwilligen (Landsturm und Freikorps, freiwillige Jäger) oder irregulären Milizverbänden.

In Preußen wurde die Landwehr nach Scharnhorst Entwurf durch Verordnung vom 17. März 1813 eingeführt. In ihr dienten alle wehrpflichtigen Männer im Alter von 17 bis 40 Jahren, die nicht zu den regulären Einheiten eingezogen wurden oder als Freiwillige Jäger dienten. Je nach Bevölkerungsdichte wurde für jedes Gebiet eine jeweils festgelegte Anzahl an Wehrpflichtigen festgelegt. Fanden sich nicht genug Freiwillige, wurde die fehlende Anzahl an Wehrmännern durch Los bestimmt. Obwohl die Landwehreinheiten in der Zeit der Freiheitskriege nur zu Kriegszeiten ausgehoben wurden, waren sie den regulären Militäreinheiten gleichgestellt. Am 9. November 1867 wurde die Einrichtung der Landwehr auf das Gebiet des Norddeutschen Bundes, nach § 2 der Reichsverfassung vom 16. April 1871 auf das gesamte Deutsche Reich übertragen.

Nach Ableistung der dreijährigen aktiven Dienstzeit im stehenden Heer wurde der Militärpflichtige auf zwei Jahre in die Reserve überführt. Anschließend wurde der Militärpflichtige der Landwehr überwiesen. Es gab zwei Aufgebote:

  • 1. Aufgebot: Die Wehrpflichtigen gehörten ihm fünf Jahre an.
  • 2. Aufgebot: Die Wehrpflichtigen gehörten ihm drei Jahre lang an.

Im 1. Aufgebot waren jährlich zwei Übungen (Manöver) von drei- bzw. einwöchiger Dauer abzuleisten. Das 2. Aufgebot sollte jährlich zu einer Übung einrücken, die gemeinsam mit dem 1. Aufgebot zu absolvieren war.

Die Landwehrdienstpflicht endete mit dem 31. März des Kalenderjahres, in dem der Militärpflichtige das 39. Lebensjahr vollendete. (Bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres gehörte der Militärpflichtige, wie überhaupt alle gedienten und ungedienten Wehrfähigen, dem Landsturm an, der jedoch nur im unmittelbaren Krisenfall aufgerufen werden sollte. Übungen waren im Landsturm nicht mehr abzuleisten.)

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Das Gesetz der allgemeinen Wehrpflicht bestimmte folgendes:

Jeder Deutsche ist wehrpflichtig und kann sich in Ausübung dieser Pflicht  n i c h t  vertreten lassen.A u s g e n o m m e n  von der Wehrpflicht sind nur Mitglieder regierender Häuser sowie der reichsunmittelbaren Familien.A u s g e s c h l o s s e n  sind Männer, über die wegen entehrender Verbrechen Zuchthaus verhängt wurde.Die Wehrpflicht beginnt mit dem vollendeten 17.Lebensjahr und dauert bis zum vollendeten 45.Lebensjahr; sie gliedert sich in Dienstpflicht und Landsturmpflicht.

A.  Dienstpflicht

1. Dienstpflicht im stehenden Heer wird eingeteilt in die  a k t i v e        D i e n s t p f l i c h t  und in die  R e s e r v e p f l i c h t.
Jeder wehrfähige Deutsche gehört 7 Jahre lang, in der Regel vom vollendeten 20. bis zum beginnenden 28.Lebensjahr dem stehender Heer an. Während der Dauer der Dienstpflicht im stehenden Heer sind die Mannschaften der Kavallerie und reitenden Feldartillerie die ersten drei, alle übrigen Mannschaften die ersten zwei Jahre zum ununterbrochenen Dienste bei den Fahnen verpflichtet (Aktive Dienstpflicht). Danach erfolgt der Übertritt zur Reserve (Reservepflicht).2. Landwehrpflicht. Der Eintritt in die Landwehr erfolgt nach Ableistung der Dienstpflicht im stehender Heer. – Die Landwehr ist gegliedert in      z w e i  Aufgebote. Die Verpflichtung zum Dienst im I.Aufgebot dauert 5 Jahre, im II.Aufgebot dauert sie bis zum 31.März desjenigen Kalenderjahres, in dem das 39.Lebensjahr vollendet wird. Mannschaften der Fußtruppen, der fahrenden Feldartillerie und des Trains, welche freiwillig, und Mannschaften der Kavallerie und reitenden Feldartillerie, welche gemäß ihrer Dienstverpflichtung im stehenden Heer drei Jahre aktiv gedient haben, dienen in der Landwehr I nur drei Jahre.

B.  Landsturmpflicht

Der Landsturm besteht aus allen Wehrpflichtigen vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 45.Lebensjahr, die weder dem Heer noch der Marine angehören.

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… mitten in der Natur